Ein kleiner kranker Welpe. Ein Rechtsfall.
Und der Beginn einer Recherche, die in Abgründe führte, deren Ausmaß kaum vorstellbar war.
Am Anfang stand ein Havaneserwelpe, der bereits kurz nach dem Kauf schwer erkrankte. Was zunächst wie ein überschaubarer Rechtsfall wirkte, ließ Christopher Posch nicht mehr los. Andere Betroffene meldeten sich, ähnliche Schicksale wurden bekannt – und aus einer einzelnen Akte entstand eine Recherche über ein Geschäft, in dem Tiere zur Ware werden.
Berichte über kranke Welpen, dubiose Händler, Vermehrer und Tiere, die kurz nach dem Kauf starben, führten immer tiefer in das Thema. Gerda Melchior, Volker Schütz und Christopher Posch wollten nicht nur einzelne Fälle erzählen, sondern sichtbar machen, welche Strukturen hinter dem illegalen Welpenhandel stehen.
Das Buch verbindet deshalb Rechtsfälle, Recherchen, Erfahrungsberichte, Tierschutz, tiermedizinische Informationen und ganz konkrete Hinweise für Menschen, die einen Hund kaufen möchten.
Das Buch ist all jenen Welpen gewidmet, die durch die illegalen Machenschaften von Vermehrern viel zu früh verstorben sind.
Die Recherchen führten zu Vermehrerfarmen, Welpenmärkten, Zwischenhändlern, gefälschten Papieren und Internetangeboten, die eine heile Welt vorgaukeln. Viele Tiere werden viel zu früh von ihren Müttern getrennt, unter schlechten Bedingungen transportiert und krank verkauft.
Gerade tierliebe Menschen geraten besonders leicht in diese Falle. Ein zitternder Welpe löst den Wunsch aus, ihn sofort zu retten. Doch genau dieses Mitgefühl wird von unseriösen Händlern ausgenutzt. Das Buch zeigt deshalb nicht nur das Leid der Tiere, sondern auch die Mechanismen, mit denen Käufer getäuscht und emotional unter Druck gesetzt werden.
Die Recherchen führten Christopher Posch und die Beteiligten auch auf den Markt in Słubice an der deutsch-polnischen Grenze. Für die RTL-Sendung wurde mit versteckten Kameras gearbeitet. Christopher Posch und seine Begleitung bewegten sich wie ein gewöhnliches Paar über den Markt, während Kameramänner in Abstand folgten.
Als sich um sie herum ein Kreis misstrauischer Männer zusammenzog, musste die Gruppe die Situation abbrechen und zum Auto zurückkehren. Die Bilder waren im Kasten – und zugleich war sichtbar geworden, wie nah Recherche und Gefahr bei diesem Thema beieinanderliegen konnten.
Die Welpenmafia ist kein Buch, das nur anprangert. Es zeigt auch ganz bewusst verantwortungsvolle Zucht. Drei Züchterinnen – für Irish Setter, Golden Retriever und Havaneser – stehen beispielhaft für eine Haltung, bei der nicht der schnelle Verkauf, sondern das Tier im Mittelpunkt steht.
Welpen wachsen dort in engem Familienkontakt auf, werden sorgfältig sozialisiert und erst dann abgegeben, wenn sie dafür alt genug sind. Verantwortungsvolle Zucht bedeutet auch, die neuen Welpenbesitzer kennenzulernen und für sie ein Hundeleben lang ansprechbar zu bleiben.
Nicht: „Kauft keinen Hund.“
Sondern: „Schaut genau hin, wo euer Hund herkommt.“
Ein Welpe ist kein Produkt.
Zucht endet nicht mit dem Verkauf.
Aufklärung schützt Tiere und Käufer.
Die Welpenmafia wollte nicht nur erschüttern. Das Buch sollte informieren, sensibilisieren und Menschen dabei helfen, beim Hundekauf die richtige Entscheidung zu treffen.
Darum endet es nicht im Dunkel der Vermehrerfarmen und Transporte, sondern mit einem Kapitel über Hoffnung und Zuversicht – und schließlich wieder ganz beim Hund selbst.